Überwintern in Bariloche

Den Yeti musste ich auf meiner Flucht vor Corona leider im März letzten Jahres in Bariloche zurücklassen. Zum Glück habe ich aber einen super Platz gefunden, wo er die Pandemie aussitzen und auf bessere Zeiten warten konnte. Durch Vermittlung der Schweizer Botschaft in Buenos Aires kam ich in Kontakt mit Luis, der in Bariloche mit seiner Familie in einem Haus etwas ausserhalb direkt am See wohnt. Luis besitzt selbst einen Defender – einen weissen TD5 – und hat mir angeboten den Yeti vorübergehend bei sich aufzunehmen. So konnten die beiden Landis in trauter Zweisamkeit nebeneinander vor seinem Haus parkieren und gemeinsam überwintern 😄. 

Als mich Luis auf meiner “Flucht in die Heimat” an den Kontrollen von Militär und Polizei vorbei zum Flughafen von Bariloche gefahren hatte („transporte oficial de la empajada suiza“ 😇 ), war ich noch optimistisch und hatte versprochen spätestens in sechs Monaten zurückzukehren und den Landi persönlich wieder abzuholen. Wer hätte damals gedacht wie sehr ich mich damit geirrt hatte… Ein halbes Jahr später im September war an eine Rückkehr nach Argentinien und eine Organisation des Fahrzeug-Rücktransports vor Ort immer noch nicht zu denken. Bestenfalls hätte ich in Argentinien und der Schweiz die Annehmlichkeiten einer mehrwöchigen Quarantäne geniessen dürfen. Solange der Nachschub an Malbec und Bistec de ternera con papas fritas gesichert ist, durchaus auszuhalten, aber den Yeti hätte das der Schweiz keinen Schritt näher gebracht…

Irgendwann im Herbst hat mich dann Massimo von ITS kontaktiert und nachgefragt wo ich denn stecke und ob ich weiterhin Interesse hätte an einem Rücktransport meines Automobils. Im März hatten sie auf meine Anfrage hin noch keine Möglichkeit gesehen: „Argentinie – owwh das isch schlächt! Jä wenn du in Chile wärsch, denn no problem. Aber vo Buenos Aires leider kai Chance in dr agtuelle Situazion. Sorry…“. Mittlerweile hatten sie aber viele Anfragen zum Rücktransport gestrandeter Overlander-Autos erhalten und deshalb Alternativen gesucht und gefunden. Ich war natürlich sehr erfreut und habe sofort zugesagt. Zuerst musste ich noch in Bern auf der Argentinischen Botschaft für muchos dineros ein paar Stempel abholen. Mein wirklich kaum sichtbarer Augenbrauen-Heber bei dieser Gelegenheit ob der dafür eingeforderten Gebühren wurde auf der Botschaft umgehend mit einem spitzen “Documentos sind in der Schweiz auch nicht günstiger” quittiert… Wo sie recht haben, da haben sie recht, ‘tschuldigung 😄. Danach noch fix die Kennzeichen zusammen mit den abgestempelten Dokumenten nach Basel zu ITS schicken und das war‘s auch schon. Alles andere würde von nun an wiederum ITS mit 5-Sterne Service und Tür-zu-Tür Transport erledigen!


Bis dahin hatte sich Luis in Bariloche ein ganzes Jahr lang super um den Yeti und dessen Überwinterung gekümmert inkl. Aufladen der Batterien und kurzen Ausfährtli die Strasse rauf und runter damit der Dicke in Bewegung bleibt. Auf aktuellen Photos, die mir Luis geschickt hat, ist gut zu erkennen, dass mein Landi auch ein Jahr nach meiner überstürzten Abreise aus Bariloche noch in einem Top-Zustand ist! Tausend dank dafür!

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