Das mit dem Namen Perito Moreno ist zu Beginn etwas verwirrend. Nach dem argentinischen Entdecker und Naturforscher Francisco ‚Perito’ Moreno sind nämlich zahlreiche Orte benannt. Da wäre mal der Gletscher Perito Moreno im Nationalpark Los Glaciares: Spektakulär aber auch von der Omi im Rollstuhl auf einem Sonntagsausflügli bequem zu erreichen – und entsprechend total komerzialisiert und völlig überfüllt mit Busreisenden. Kannst du vergessen, schau‘s dir lieber zu Hause am TV an! Dann ist da die verschlafene Kleinstadt Perito Moreno in der Provinz Santa Cruz wo ich gerade diese Zeilen tippe: Eine Tankstelle, zwei Supermercados, eine Bank, ein paar Restaurantes und Hoteles und das war‘s. Muss ebenfalls nicht sein ausser du brauchst mal wieder eine warme Dusche wie ich.
Und dann gibt es den Nationalpark Perito Moreno: Der ungeschliffene Diamant unter den Nationalparks, das unbekannte Juwel Patagoniens, die atemberaubendste ich-weiss-gar-nicht-wo-ich-hinschauen-soll Landschaft die du dir vorstellen kannst! Alle hetzen zum Torres del Paine oder knipsen Cerro Torre und Fitz Roy aber am Parque Nacional Perito Moreno sausen sie auf dem Weg von oder nach Bariloche vorbei. Denn der Park ist nicht so einfach zu erreichen: Öffentliche Verkehrsmittel dorthin gibt es keine, zur nächsten Ortschaft sind’s 220 km im Süden bzw. 320 km im Norden, davon jeweils rund 90 km heftige Schotterpiste von der Ruta 40 bis zum Parkeingang und im Park selbst hat’s dann nicht mal Infrastruktur, die mit dem Auto zu erreichen wäre – da kommt der Turnschuhwanderer mit blauen Jeans, weissem T-Shirt und Ray Ban Sonnenbrille in seinem Renault Clio Stadtwägeli schon mal an seine Grenzen. Zum Glück!!!
Den Perito Moreno Park südöstlich des San Lorenzo Massivs gibt es seit 1937 aber er war bisher nur wenig entwickelt und verzeichnete jüngst nur ca. 1000 Besucher pro Jahr (oder man rechne ca. 3 pro Tag), d.h. du bist hier faktisch alleine mit Guanacos, Nandus, Füchsen, allerlei Vögeln, Pumas usw. Ich habe an den 4 Tagen, die ich durch den Park gewandert bin, ausser beim Übernachten in den Refugios, niemanden angetroffen. Niemanden. Ein Traum der Wirklichkeit wird! Aber Achtung: Sie rüsten auf! Dank Sponsorengeldern aus den USA hat’s überall brandneue Refugios und super gemachte Wanderwege. Ich gehe jede Wette ein: Sobald die Zufahrtsstrasse ausgebaut ist, charren sie hier Busladungen voller Touristen hin. Wer kann’s ihnen verdenken, denn die Landschaft ist wirklich atemberaubend schön und meine mickrigen Fotos können dieser nicht mal annähernd gerecht werden. Also kommt und schaut es euch an, bevor die Hunnen kommen und alles niedertrampeln…





















































Wow, wow, wow! Gratulation! Das ist ja wirklich eine einmalige Gegend und Deine Pics sind wunderschön! Merci, einmal mehr.
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